Wein im Rosenladen: Familie Beurer bringt die angesagtesten Winzer:innen nach Waiblingen

Waiblingen war bislang nicht als angesagter Ort der Weinszene bekannt. Doch in einem ehemaligen Blumenladen werden die coolsten Weine der biodynamischen Szene ausgeschenkt - dahinter steht eine Familie, die die Württemberger Weinszene schon öfter aufgemischt hat.

Wein im Rosenladen: Familie Beurer bringt die angesagtesten Winzer:innen nach Waiblingen

Waiblingen war bislang nicht als angesagter Ort der Weinszene bekannt. Doch in einem ehemaligen Blumenladen werden die coolsten Weine der biodynamischen Szene ausgeschenkt - dahinter steht eine Familie, die die Württemberger Weinszene schon öfter aufgemischt hat.


Eigentlich wird den Schwäbinnen hier ganz schön was zugemutet. Die Öffnungszeiten immer mal anders, die Weinkarte jede Woche neu und die Weine aus einem Bereich, der von Orange Wine bis Großes Gewächs eher „fortgeschritten“ ist. Und doch steht an diesem Sommerabend eine kleine Menschentraube vor dem Laden in der Waiblinger Altstadt, die dadurch vereint ist, dass alle ein Weinglas in der Hand haben.

Manche Waiblinger:innen kennen den Ort vor allem als Blumenladen. Als dieser vor zwei Jahren dichtmachte, brachte das wenige Kilometer weiter einen jungen Mann auf eine Idee: eine Weinbar mitten in der Altstadt. Der damals 19-jährige Adrian Beurer fragte direkt an, ob er den Laden dafür übernehmen könne. Der Rosenladen war der ideale Ort: top-gelegen, mitten in der Innenstadt, die Größe übersichtlich, das Ambiente stylish mit großen Fenstern. Er war damals vom Konzept eines Pop-Ups begeistert. Pop-Ups eröffnen für begrenzte Zeit, oft an ungewöhnlichen Orten. Das Konzept ist oft sinnvoll, um zwischenzeitlichen Leerstand zu vermeiden – oder um Geschäftsideen erst einmal niederschwellig auszuprobieren.

Adrian war in der Weinszene nicht unerfahren: Er ist Sohn von Jochen Beurer, der in Kernen-Stetten ein biodynamisches VDP-Weingut betreibt. Er eröffnete eine Pop-Up-Weinbar im ehemaligen Rosenladen. Ursprünglich waren nur drei Monate geplant, das ist jetzt knapp zwei Jahre her.

Die Weinbar hat sich zum Feierabend-Treffpunkt der Waiblinger:innen etabliert. Und zwar nicht trotz, sondern weil er so ungezwungen ist: Es gibt nur eine kleine Anzahl von Tischen (falls man an einem sitzen möchte, vorher reservieren), die meisten Gäste stehen einfach mit ihrem Glas auf dem kleinen Platz. Viele bleiben nur für ein Viertele, andere wollen nur für einen Feierabendwein kommen und verquatschen sich. Die meisten kennen sich und auch Neigschmeckte und Gäste fühlen sich auf einmal wie Waiblinger:innen (ja, hätten wir von uns auch nie gedacht). Woran liegt das?

Der Ort ist atmosphärisch unter einer großen Baumkrone, ein geschützter Platz, der gleichzeitig so offen ist, dass Passant:innen gerne stehenbleiben und spontan verweilen. Die Leute hinter der Theke sind einfach nett, lustig und unkompliziert. Überhaupt ist der Ort wunderbar zwanglos: Selbstbedienung, Stehplätze, Schmalzbrote (wer etwas essen möchte).

Und dann natürlich: die Weine!!

Jeden Donnerstag holen Beurers Weine verschiedener biodynamischer Gastwinzer:innen in den Rosenladen. Meist gibt es bestimmte Themen-Specials. Bei unserem Besuch war das die Pfalz. So gab es im offenen Ausschank Topwinzer wie Frank John oder das Weingut Odinstal. Die Auswahl reicht dabei vom eingängigen Riesling bis hin zu experimentellen Silvaner (z.B. der naked-Silvaner von Andreas Schumann).

Neben den Gastwinzern gibt es standardmäßig eine Auswahl von Beurer-Weinen. Vom Gutswein bis zum Großen Gewächs kann man sich hier wunderbar durchtrinken, was man sich sonst nicht so oft leistet. Wir lieben die Ortsweine von Beurer, unbedingt probieren

Weine, die an den jeweiligen Themenabenden nicht ausgeschenkt werden, landen im Verkaufsregal. Denn wem die Öffnungszeiten (Donnerstagabend, Samstagmittag) zu dürftig sind, kann sich auch für zu Hause eindecken.

Riesling statt Rosen, finden wir ehrlich gesagt großartig!

Adresse: Lange Straße 18, 71332 Waiblingen
ÖPNV: Bahnhof Waiblingen, von dort entweder 20 min Fußweg oder mit dem Bus 204/207 bis Stadtmitte fahren (von dort paar Minuten Fußweg)

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