Speisekammer West in Stuttgart: Lokal, ganz lokal

Die Speisekammer im Stuttgarter Westen ist Esszimmer, Laden, kulinarischer Abenteuerspielplatz und Restaurant in einem. Vor allem aber: einfach lecker.

Speisekammer West in Stuttgart: Lokal, ganz lokal

Die Speisekammer im Stuttgarter Westen ist Esszimmer, Laden, kulinarischer Abenteuerspielplatz und Restaurant in einem. Vor allem aber: einfach lecker.

Die Speisekammer im Stuttgarter Westen ist Esszimmer, Laden, kulinarischer Abenteuerspielplatz und Restaurant in einem. Vor allem aber: einfach lecker. 


Dorit Münzer-Bock ist eine Meisterin der Untertreibung. Speisekammer hat sie ihr Lokal Mitten im Stuttgarter Aufregend-Wohnen-und-Leben-Viertel Westen genannt. Dabei ist der Laden natürlich deutlich mehr als eine reine Speisekammer: Weil die Speisen, die hier sorgfältig und liebevoll aus der Umgebung gesammelt werden, auch vorzüglich verkocht werden.

Wer sich hier, im Sommer auch gerne draußen auf dem bestuhlten Bürgersteig, niederlässt, wähnt sich zunächst in einem typischen südwestdeutschen Wirtshaus. Blanke Tische, einfache Stühle. Hier sitzt und isst man, wie man in zumindest angentrifizierten deutschen Großstadtviertelen eben isst und sitzt, wenn man einen entspannten Abend geplant hat. Was dann aber aus der Küche kommt, ist so anspruchsvoll und gut gemacht, dass es viel mehr als ein gewöhnliches Gasthaus ist. Mittelpunkt eines jeden Tellers sind aber ganz eindeutig die Produkte, die nicht Künste der Küche (auch wenn die ebenfalls toll sind).

So kommt als kulinarische Vorhut der Italo-Klassiker Caprese, also Tomaten mit Mozzarella und Basilikum. Das lässt einen zunächst nicht erzittern vor Aufregung, ist dann aber doch ganz wunderbar: Zum einen, weil der Teller wirklich fein und handwerklich sauber gearbeitet ist. Vor allem aber, weil der Albzarella genannte Büffel-Mozzarella von der Hohensteiner Hofkäserei auf der Schwäbischen Alb (findet Ihr auf unserer Karte) eben ein ganz hervorragendes Produkt ist. 

Genau so bei der Forelle mit Zitronen-Kräuterbutter und Salzkartoffeln: Ein an sich schlichter Klassiker. Aber Fische aus Oberkochen und hervorragende Salzkartoffeln werten das dann eben auf. Oder der Zwiebelrostbraten: Fleisch aus der Region, so gebraten, dass es im Geschmack an Fleisch und nicht an Röstung erinnert, mit feinen Zwiebeln und exzellenten Spätzle. Das lässt sich in Zeiten, in denen gutbürgerliche Küche eben leider auch im Südwesten oft schlechte Küche ist, gar nicht hoch genug einschätzen. Genau wie die Tatsache, dass Vegetarier:innen und Veganer:innen sich hier gar nicht besonders outen müssen, weil die Karte ausreichend Möglichkeiten bietet.

Betreiberin Dorit Münzer-Bock ist aber nicht nur als Gastronomin ein echter Lichtblick. Sondern sie füllt auch mit Leben, worüber andernorts eher im Zuge von Trendbeschreibungen geredet, dann aber nicht gehandelt wird: Sie pflegt echte Partnerschaften mit Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung. Kauft als nicht im Großhandel, sondern bei:m Erzeuger:in. Das hat den Vorteil, dass die Produkte ganz famos, aber eben auch bezahlbar sind. Und dass wieder ein paar Landwirt:innen aus dem Stuttgarter Umland mehr ihre Produkte so selbst vermarkten können. Einer der Höfe, mit denen die Speisekammer eng zusammenarbeitet, sind die Käsmacher. Hier lohnt sich wachsam sein: Denn einige wenige Tage im Jahr gibt es Zicklein-Fleisch von dort. Eine echte Ausnahme in der Gastronomie. So direkt aus der Region aber ein kleiner Festschmaus. Und der gelingt hier, wie alles, übrigens noch besser, weil eine wirklich außergewöhnlich gut aufgestellte regionale Weinkarte das Essen begleitet. 

Adresse: Speisekammer West, Rosenbergs. 89, 70193 Stuttgart
ÖPNV: Von Stuttgart HBF aus mit Buslinie 42 (Ri: Erwin-Schoettle-Platz) bis Haltestelle Rosenbergplatz. Dann drei Minuten zu Fuß

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