Die Shelter Winery: Große Spätburgunder aus dem kleinen Häuschen

Neugründungen in der Weinszene sind selten und besonders spannend. Insbesondere wenn sie in einem traditionsreichen Anbaugebiet wie Baden passieren. Hans-Bert Espe und Silke Wolf zeigen mit ihrer Shelter Winery, dass man kein großes Weingut in der Familie haben muss, um zu den Besten zu gehören.
Shelter Winery Gärkeller

Die Shelter Winery: Große Spätburgunder aus dem kleinen Häuschen

Neugründungen in der Weinszene sind selten und besonders spannend. Insbesondere wenn sie in einem traditionsreichen Anbaugebiet wie Baden passieren. Hans-Bert Espe und Silke Wolf zeigen mit ihrer Shelter Winery, dass man kein großes Weingut in der Familie haben muss, um zu den Besten zu gehören.
  • Das Miniweingut keltert hervorragende Spätburgunder
  • Hans-Bert Espe und Silke Wolf sind aus Oregon inspiriert
  • Der Weinstil der Shelter Winery spiegelt das „moderne Baden“ wider

Es gab eine Zeit, da hat sich Hans-Bert Espe manchmal gefragt, was das für eine Idee war. Er hatte damals gemeinsam mit Silke Wolf ein gemeinsam Weingut gegründet, doch etwas entscheidendes fehlte in ihrem Weingut: ein Wasseranschluss. Also fuhr er immer wieder eine Tankladung voll Wasser zu seinem Keller. „Irgendwann fuhr ich mehr Wasser hin, als Wein raus“, sagt er heute.

Doch ein Weingut ohne Wasseranschluss, das war für Wolf und Espe der niedrigschwellige Einstieg, ihr eigenes Wein-Start-Up zu gründen: in einer kleinen Schutzhütte auf einem ehemaligen Militärflughafen in der Nähe von Offenburg. Als sie diese leerstehende Schutzhütte entdeckten und mieteten, stand der Name auch schon fest: Shelter Winery.

Handwerk in Oregon gelernt

Espe und Wolf waren Anfang der 00er-Jahre aus Oregon zurückgekehrt, wo sie nach dem Weinstudium in Geisenheim lebten und arbeiteten. In Oregon werden großartige Pinot Noir hergestellt, der moderne Umgang mit der Rebsorte beeindruckte die beiden. Als sie in ihre Heimat zurückkehrten hatten sie ihren Traum schon längst für sich klar: ein eigenes Weingut, das sich dem Spätburgunder mit der gleichen Detailverliebtheit widmete. Doch wie so viele mit Weingutstraum hatten weder Flächen noch Gebäude. Also arbeiteten sie festangestellt in Freiburg und Durbach.

Eines Tages entdeckten sie den ehemaligen Flughafen in der Nähe von Offenburg. Auf dem stillgelegten Gelände gab es leerstehende Schutzräume: eine Reihe mit fast versteckten Eingängen unter der Erde. Espe und Wolf hatten eine Idee: Warum nicht einen der Räume mieten und einfach ein paar Weinberge pachten? Damit starteten sie ihr Mini-Weingut als Experiment.

„Wir wussten ja nicht, ob jemand unsere Weine möchte“, sagt Espe. Die Shelter war der perfekte Ort, um es günstig mit wenig Risiko zu probieren. Ein Garagenweingut im besten Sinne. Mit jedem Jahr kamen ein paar neue Flächen dazu, mit jedem Jahr wurden die Weine der beiden beliebter. Denn in ihrer Shelter konnten sie einen Weinstil verwirklichen, der so völlig anders war als die Spätburgunder, die man lange gewohnt war. Der Stil der Shelter Winery zeigt das moderne Baden: ausgeruht und kräftig ohne opulent zu sein, mit präziser Frische und Frucht. Mittlerweile exportieren sie ihre Weine in die USA, nach Skandinavien, nach Russland.

Aus dem Hobby wurde ein Beruf

„Manchmal kommen Winzer zu uns, die uns Flächen anbieten. Doch wir wollen jetzt nicht mehr wachsen, wir haben eine gute Betriebsgröße“, sagt Espe. Denn vor allem hat das Paar ihr Ziel erreicht: Sie können von ihrem neugegründeten Weingut leben.

Nur ist mit diesem Erfolg die Shelter zu klein geworden. Und die Frage nach dem Risiko des Scheiterns hat sich mit jedem ausverkauften Jahrgang von selbst geklärt. Also haben Espe und Wolf vor einigen Jahren ein neues, eigenes Gebäude für ihr Weingut gebaut: Das kleine Gebäude ist eine architektonische Hommage an ihre Shelter, mit dem halbrunden Dach, das bis zum Boden reicht. Nur mit dem Unterschied, dass es diesmal einen Wasseranschluss gibt.

shelter winery
Mühlestr. 17
79341 Kenzingen

http://www.shelterwinery.de
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